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OZELLA > Labels > SONGWAYS > Pete Alderton > Pete Alderton > Cover My Blues
Was muss man mitbringen, um als Bluesmusiker glaubhaft und authentisch zu sein?
„Das kann ich nicht bestimmt sagen. Es ist etwas, das aus deinem Inneren kommt, es ist der Rhythmus. Es ist die Art, wie du dich selbst darstellst. Es ist die Art, wie du deine Songs singst. Und es ist etwas, das tief aus dir drinnen kommt. Du wachst nicht einfach eines Morgens auf und beschließt, dass du ein Blues-Sänger oder Musiker bist. Es liegt einfach in deiner Natur. Und ich sag dir die Wahrheit, wenn ich die Antwort wüsste, würde ich ein Buch darüber schreiben, wie man ein Blues-Künstler wird und viel Geld machen.“ (lacht)
Wie schaffst du es nach einem halben Jahrhundert Leben und Lebenserfahrung dich immer wieder neu zu motivieren?
„Weißt Du, das ist einfach eine natürliche Energiequelle in mir, es ist wie mit dem Rhythmusfaktor. Im Grunde genommen bin ich ein `Bluesaholic´. Ich liebe es einfach aufzutreten. Weißt Du, wenn ich auf der Bühne stehe, mit einem guten Gitarristen oder mit fünf Musikern und man spielt zusammen wie eine Person, dann bringt man es den Leuten rüber. Und sie wissen sofort ob du echt bist. Das ist das Wort. Echt.“
Obwohl du für viele junge Musiker, die in Sachen Blues, Soul und R&B unterwegs sind, schon selbst ein Vorbild bist. Wie hältst du es selbst mit deinen Einflüssen und Vorbildern?
„Weißt du, ich habe viele Dekaden der Musik miterlebt. Man sagt eine musikalische Generation dauert acht Jahre also waren es einige bei mir. Von Leuten wie Johny Ace, John Lee Hooker, denke ich, bis zu neuerer Musik heutzutage. Paul Weller, ich bin eingroßer Fan von Paul Weller und auch Willie De Ville, ich sag’ dir was, er hat mich beeindruckt. Als ich Willie De Ville live und unplugged in Berlin gesehen hab’ hat mich das sehr beeindruckt.“
‘Cover My Blues’ ist ein in sich geschlossenes, effektvolles, aber dennoch schnörkellos aufbereitetes Album. Könntest du dir vorstellen, dem Blues-Rock auch im Großformat noch einmal so richtig die Sporen zu geben?
„Um ehrlich zu sein, nein. Weißt du ich habe ohne Probleme in Blues-Rock Bands gespielt, aber das war eine bestimmte Zeit in meinem Leben und ich habe mich von dort weiterentwickelt. Eine gute Band hinter dir ist viel wert, aber bei den elektrischen Gitarren fühlte ich mich immer, als ob ich gegen den Strom schwimmen würde.“
Die Album-Produktion muss selbst in den sentimentalsten Momenten noch viel Spaß gemacht haben, zumindest hört man das heraus. Wie war die Zusammenarbeit mit den Musikern und die Bedingungen für dich, mit einem kleinen Indie-Label zu arbeiten?
„Es war sehr kreativ und hat viel Spaß gemacht. Carsten (Mentzel) kenne ich jetzt seit vier Jahren und das erste Mal als ich ihn sah, spielte er Bass bei Paul Joses, einem sehr guten Freund von mir, ein Singer/Songwriter und er hat ein kleines Solostück zwischendurch gespielt. Er sang einen Blues und ich war sehr beeindruckt. Er hat eine gute Stimme. Danach fand ich heraus, dass er ein Studio hat und letztendlich arrangierten wir etwas. Ich brachte meine Gitarre mit in sein Studio und spielte ihm einige der Songs vor, die ich mir für die CD vorgestellt hatte. Wir arbeiteten die Arrangements aus und Carsten spielte die meisten Instrumente auf der CD. Er ist ein exzellenter Musiker. Und wir haben Michel Roggenland dabei, einen Freund von Carsten, er spielt Schlagzeug; Siggi Zufacher, mit dem ich im Blues-Trio `Blue Roost´ spiele. Und dann noch Dagobert Böhm, er spielt Gitarre auf einem der Tracks und gleichzeitig ist er der Besitzer des Labels `Ozella Music´. Und die Dinge liefen gut von da an und ich bin einfach überglücklich mit dem Ergebnis.“
Ein Brite, der auf den Spuren des Blues, R&B und Soul wandelt, muss sich zuerst einmal an Alexis Korner, John Mayall und Eric Clapton messen. Oder sind solche Vermutungen für dich kein Thema?
„Weißt du, ich muss mich nicht mit einem der ‘Großen’ messen. Ich bin Pete Alderton und sie sind, wer sie sind. Sie machen einen guten Job mit dem was sie tun, und ich denke ich mache einen guten Job mit dem was ich mache. Und die Samen die du sähst, werden die Früchte tragen.“
Musikalisch kennst du keine Grenzen, geographisch auch nicht. Wie lebt und arbeitet es sich als Englishman in Deutschland?
„Ja, es gefällt mir gut. Ich habe viel Spaß in Deutschland. Ich lebe hier schon viele Jahre und ich habe eine Familie hier und ich finde wir sind heutzutage sowieso alle Europäer. Es ist einfach eine kleine Welt.“
Als Mensch viel erlebt, als Musiker viel erreicht. Doch auch ein Pete Alderton hat noch Pläne und Wünsche. Was möchtest Du in deiner zweiten Lebenshälfte noch unbedingt erreichen?
„Ich denke ich gehöre zu den Leuten, die mit beiden Füßen auf dem Boden stehen. Ich habe vier tolle Kinder. Ich bin glücklich mit den meisten Dingen, die ich mache. Ja und hoffentlich kann ich einfach weiter Auftreten, gute Musik machen.“