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Mezza/Ginsburg Ensemble


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Archimedes und die Furchtlosen

Seit Archimedes wissen wir: „Eine gerade Linie ist der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten“. In der Musik aber sind die kürzesten Abstände eher uninteressant. Bei Vittorio Mezza and Mark Ginsburg waren es gerade Kurven und sich windende Pfade, die sich als weitaus ergiebiger und spannender erwiesen. Ihre Zusammenarbeit stand im Zeichen von Kontrasten – ganz so, als näherten sich zwei Welten langsam an, mitsamt aller damit verbundenen Kollisionen und zärtlichen Berührungen.

Nach einer triumphalen Tour durch Südafrika markiert „Convergence“ den zweiten Meilenstein der Kollaboration. Das Album dokumentiert einen langen Austausch zwischen zwei sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten: Dem italienischen Pianisten Vittorio Mezza, einem herausragenden Jazz-Musiker mit tiefen Wurzeln in der Klassik und einer Liebe für mediterrane Lebensart. Und dem Saxophonisten Mark Ginsburg, der mit antiken kantoriellen Gebetsgesängen aufwuchs, während um ihn herum die Rhythmen und Klänge Südafrikas tobten.

Statt sich von den Gegensätzen einschüchtern zu lassen, konzentrierten sich Mezza und Ginsburg auf das, was sie verbindet: Ihren musikalischen Geschmack, ihren gemeinsamen Sinn für Schönheit und die zentrale Rolle der Familie. Dank dieser Ideale wirkt diese Sammlung von Balladen, schwelenden Stimmungsbildern und pulsierenden Ensemble-Passagen bemerkenswerterweise wie aus einem Guss.

Bei den Aufnahmen wurden Mezza und Ginsburg von dem Bassisten Luca Bulgarelli, dem Schlagzeuger Marcello di Leonardo und Fabian Hevia an Percussions unterstützt. Gemeinsam begab sich die Band in das Tube Studio kurz außerhalb von Rom, das für seinen warmen, sinnlich-nostalgischen Sound bekannt ist. Nachdem man so die Basis gelegt hatte, begab sich die Musik auf eine Reise nach Sydney. Dort ergänzten das Ensemble Bel a capella und die Sängerin Justine Bradley „Convergence“ um Chor- und Sologesänge und wurde die Scheibe gemixt und gemastert.

„Abstand ist nichts für Ängstliche, er verlangt Mut“, schrieb die Autorin Meghan Daum. Zweifelsohne wäre dieses Projekt ohne eine gehörige Portion Mut nicht möglich gewesen. „Convergence“ ist weitaus mehr als nur ein Studioalbum. Hier geht es darum, was in einer Kollaboration überhaupt möglich ist, wie man nicht nur als Musiker sondern auch als Mensch wachsen kann. Wie ein inspiriertes Gespräch kennt dieser Austausch von Ideen kein Ende, wird stattdessen immer tiefer und intimer, bahnt sich über Kurven und windende Pfade seinen Weg in unerforschtes Gebiet.

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